Lechweg nun auch Genussweg

In der bereits dritten Lechweg-Saison runden nun kulinarische und handwerkliche Produkte das Gesamtkonzept ab.

Von der Quelle bis zum Fall den Lech entlang wandern zu können, lockte bereits zahlreiche Gäste in die Region. Was darf bei einer ausgiebigen Wanderung aber nicht fehlen? Eine Brotzeit und ein edles Tröpfchen Schnaps oder Bier. Nun gibt es am Lechweg entlang regionale Produkte für die Wanderung und für daheim. Kaminwurzen, Käse, Bier und Schnaps – alles was das Wanderherz begehrt. Das passende „Jausnbrettl“ aus Zirben Holz und eine handgemachte Naturseife runden die Produktpalette ab.

Bei Lisbeth Fritz vom Gehrnerhof in Warth gibt es „Chrommi Chämmiwürza“, auf Deutsch: krumme Kaminwurzen. Ihrem Produkt einen Dialektnamen zu geben, war ihr ein wichtiges Anliegen. Die Bezirksbäuerin verwendet das Fleisch ihrer eigenen Tiere. Die Kaminwurzen gibt es zunächst mit Preiselbeeren und Kräutern. „Ein Rucksackträger kann nichts Großes mitnehmen, aber eine Kaminwurzen hat immer Platz“, lacht Fritz. Lechtaler Kräuter verwendet auch Kurt Sojer bei der Käseherstellung seines „Beerigen Lechtlers“. In der Naturkäserei Sojer in Steeg reifen ausschließlich Naturprodukte aus Heumilch, die täglich von den Bergbauern aus dem obersten Lechtal geliefert wird.

Wacholderbeeren, im Dialekt Kramat genannt, wachsen in den Auwäldern entlang des Lech zu genüge. So kamen Melanie Haider und Mario Huber schnell auf die Idee, einen Lechtaler Gin herzustellen. Die beiden betreiben in Elbigenalp die Schaubrennerei Lechtaler Haussegen. „Uns war es wichtig, nur Zutaten zu verwenden, die es bei uns gibt. Unser ‚Lechweg-Kramat‘ ist etwas milder, so dass man ihn auch pur genießen kann“, bestätigt Haider. Den Gin gibt es auch im stabilen Glasflachmann in Filz gehüllt, so dass er bequem auf die Wanderung mitgenommen werden kann. Das Lechweg-Bier von der Brauerei Vilser Bergbräu hat nach wenigen Monaten bereits einen gewissen „Kultstatus“ erreicht. „Das Lechweg-Bier ist unser umsatzstärkstes Produkt. Wir müssen unseren Betrieb bald erweitern, da der Platz bereits knapp wird“, freut sich Vertriebsleiter Georg Polster. „Im Lechtal gibt es fast keine Hütte mehr, die kein Lechweg-Bier anbietet. Die Gäste fragen bereits danach“, weiß Michael Kohler, GF des TVB Lechtal und Obmann der Werbegemeinschaft Lech-Wege.

Passend zum Lechweg gibt es auch eine eigene Naturseife. Dietrich Zarnack von der Seifenmanufaktur in Hopferau hat dabei den Duft und die Farbe des Lech eingefangen. Die Brotzeitbrettln sowie Holzverpackungen für die Lechweg-Produkte stellt das Reuttener Team von pro mente tirol her. Die Organisation arbeitet mit Menschen, die in psychischen Krisen stecken. Eine einheitliche Design-Linie zieht sich durch alle Lechweg-Produkte. Für die Gestaltung ist Nadine Koop von der Designgruppe koop aus Rückholz verantwortlich. „Das Ziel war es, dass trotz der einheitlichen Linie jeder Produzent mit seinem Produkt zur Geltung kommt“, berichtet Koop. Es soll in Zukunft noch weitere Lechweg-Produkte geben. Die Vorrausetzungen hierfür sind laut Juliane Rohde, Produktmanagerin des Lechwegs: Regionalität, Innovation, Bezug zum Wandern am Lechweg und Nachhaltigkeit.