Erhaltung der standortsangepassten heimischen Tanne im Außerferner Wald

Ziel des Projekts ist es einerseits den Schutzwald allgemein zu verjüngen andererseits den Anteil der Tanne als tiefwurzelnder Baum in den Schutzwäldern zu vergrößern und das künftige Risiko von weitreichenden Sturmschäden aufgrund von Fichten, die durch den Klimawandel an Stabilität verloren haben, zu verringern.

Ausgangslage

Die zunehmende Erderwärmung und der dadurch bedingte Klimawandel haben deutliche Auswirkungen auf den Wald. Auch im Außerferner Wald sind Veränderungen an der Vegetation, vor allem an der Baumartenzusammensetzung oder Änderungen der Stabilität und Vitalität der vorhandenen Waldbestände, zu verzeichnen. In einem Berggebiet wie dem Außerfern, in dem rund 70 % des Waldes als Schutzwald eingestuft sind, sind längerfristig auch gravierende Beeinträchtigungen der Schutzfunktion zu erwarten. Auf die Verbesserung der Stabilität und Vitalität der Waldbestände sowie auf die Förderung von besser an den Klimawandel angepassten Baumarten muss aufgrund der langen Umtriebszeiträume von Waldbeständen größtes Augenmerk gelegt werden. Die im Außerfern mit rund 80 % Baumartenanteil dominierende Baumart Fichte gilt im Bezug auf den Klimawandel als sehr empfindliche Baumart. Aufgrund ihres Flachwurzelsystems kommt die Fichte bei länger anhaltenden Trockenperioden unter Streß und ist durch das Auftreten von häufigeren und stärker werdenden Stürmen gefährdet. Durch die zunehmende Erwärmung steigt auch das Forstschutzrisiko für die Fichte. Eine starke Vermehrung von Fichtenschädlingen, wie zB dem Fichtenborkenkäfer, ist bereits jetzt zu verzeichnen.

Im Zug einer besseren Anpassung der Wälder an den Klimawandel ist eine Erhöhung der Mischbaumartenanteile erforderlich. Hier kommen in den Außerferner Fichten-Tannen-Buchen-Bergahornwäldern vor allem verschiedene tiefwurzelnde Laubbaumarten in Frage, aber auch die Erhaltung oder stärkere Einbringung der Tanne ist von großer Bedeutung. Bei der Festlegung des Verjüngungsziel, ist dabei insbesondere die Waldtypisierung Tirol zu berücksichtigen.

Einer Verschiebung von der Fichte in Richtung eines höheren Mischbaumartenanteiles wirkt teilweise wirtschaftliche Interessen – die Fichte wird als Brotbaum der Forstwirtschaft bezeichnet – entgegen. Zum größeren Teil aber wird eine Entwicklung in Richtung mehr Mischbaumarten durch überhöhte Wildbestände bzw. durch den selektiven Verbiss der Mischbaumarten deutlich eingebremst. Besonders der ökologisch so wichtige Tannenanteil ist in den letzten Jahrzehnten in den Außerferner Wäldern drastisch zurückgegangen. Die Tanne ist zwar in den Altbeständen noch weitgehend vorhanden, kommt aber in den Jungbeständen nur mehr sehr spärlich vor. Aus diesem Grund soll hier ein Projekt, das einen sehr wichtigen Beitrag zur Erhaltung der einheimischen standortsangepassten Tanne leistet, gestartet und umgesetzt werden. Gleichzeitig soll dieses Projekt zur Beurteilung des Erfolges und Erforschung wichtiger Grundlagen wissenschaftlich begleitet werden.

 

Maßnahmen


Zur Erhaltung der genetisch angepassten Tanne sollen verteilt über alle Tannenstandorte im Bezirk Verjüngungsflächen mit einem Tannenanteil von 3 bis 5/10 geschaffen werden. Die Standorte sollen unter Zuhilfenahme der Waldtypisierung Tirol ausgewählt werden.
Zur Einleitung der Verjüngung sollen nach Möglichkeit vorhandenen Tannensamenbäume ausgenützt werden, zum Teil soll die Tannenverjüngung auch durch Samenernte und aussäen der Samen auf den gewählten Verjüngungsstandorten initiiert werden. Zum Teil sollen die Tannen auch durch Pflanzenankauf aus den heimischen Forstgärten, in denen Tannen mit dem im Außerfern gewonnenen Saatgut nachgezogen wurden, aufgeforstet werden.
Zum Schutz vor Wildverbiss sollen die Tannenverjüngungsflächen weide- und wildsicher eingezäunt werden. Durch andere Schutzmaßnahmen kann die Tannenverjüngung kaum gesichert werden. Die geschützten Flächen sollen dabei eine Größe von rund 500 m² aufweisen.
Das Tannenerhaltungsprojekt soll mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt bzw. abgewickelt werden. Die Entwicklung der Verjüngung in den Zaunflächen sowie auf Vergleichsflächen außerhalb des Zaunes soll entsprechend untersucht werden. Da bei einem 3-jährigen Projekt der Erfolg der gesetzten Maßnahmen noch nicht beurteilt werden kann, sollen in einem Folgeprojekt die gesetzen Maßnahmen evaluiert werden und der Erfolg des Projektes untersucht werden.

Waldpflegeverein Tirol
Postfach 187
Innsbruck
6010
Waldpflegeverein Tirol
09/2017 - 08/2020
205.000 €
IWB – CLLD
Klimawandel , Natur- und Ökosystem

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