Blühendes und summendes Wipptal

Etwa 700 Wildbienenarten sind in Österreich verbreitet. Als effiziente und oftmals alleinige Bestäuber sind Wildbienen nicht nur für den Erhalt einer artenreichen Flora und vielfältigen Naturlandschaft, sondern auch für den landwirtschaftlichen Ertrag von enorm großer Bedeutung. Im Rahmen diese Projektes werden im gesamten Wipptal Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt. Drei große Nistkästen werden an strategisch wichtigen Stellen platziert, um Aufmerksamkeit zu generieren. Diese Bildungsinitiative ist besonders für Schülerprojekte der Wipptaler Schulen konzipiert und soll Gäste und Einheimische für das Thema Wildbienen sensibilisieren.

Ziel des Projektes ist vorrangig die Informationsbereitstellung und Bewusstseinsbildung zum Schutz der Wildbienen sowie die Förderung des Verständnisses der Zusammenhänge zwischen Bienenschutz und dem Erhalt naturnaher und vielfältiger Lebensräume. Durch die geplanten Maßnahmen wird zudem die Nahrungs- und Lebensraumsituation der Wildbienen im Wipptal unmittelbar und langfristig verbessert. Durch eine wissenschaftliche Begleitung wird auch unser Wissen über Wildbienen allgemein und das Vorkommen und die Verbreitung von Wildbienen im Wipptal im Speziellen, vertieft.

Menschliche Nutzungsformen haben einen sehr großen Einfluss auf die Wildbienenbestände. Bienenfreundliche Lebensräume zeichnen sich durch eine hohe Pflanzenvielfalt, vielfältige Kleinstrukturen und eine naturnahe Bewirtschaftung aus. Die zunehmende Beeinträchtigung oder Zerschneidung von geeigneten Wildbienen-Lebensräumen durch intensive landwirtschaftliche Maßnahmen, Siedlungen und Infrastruktur führen zu einem Verlust an Nahrungsquellen und potentiellen Nistplätzen und somit zu einer Schwächung der Wildbienen-Populationen.

Über Vorkommen, Verbreitung und Gefährdungsgrad der Wildbienen in Tirol ist – wie im gesamten Österreich – sehr wenig bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Situation sich ähnlich verhält wie in Deutschland, wo mehr als 50% der Wildbienenarten als gefährdet einzustufen sind. Es sind daher Maßnahmen zu setzen um dieser Gefährdung entgegenzuwirken, den Fortbestand der Wildbienen zu gewährleisten, die Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen sicherzustellen, und somit unsere Kultur- und Naturlandschaft zu erhalten. (Quelle: Sedy & Götzl, 2015)

Gerade das Wipptal ist für seine schöne Kultur- und Naturlandschaft sowie reich blühende Blumenwiesen bekannt. Um diese auch langfristig zu erhalten, und neben der Vielfalt der Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt auch die Lebensqualität für uns Menschen zu sichern, soll dieses Projektes einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen in dieser Region leisten. 

 

Konkrete Ziele des Projekts sind:

  • Schutz von natürlichen Nahrungsquellen und Nistplätzen und somit Verbesserung der Nahrungs- und Lebensraumsituation von Wildbienen im Wipptal.
  • Schaffung von zusätzlichen Nistplätzen für Wildbienen (Nisthilfen) zur Verbesserung der Lebensraumsituation und Förderung der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung.
  • Wissensvermittlung und Bewusstseinsschaffung  für Schüler durch Vermittlung der Zusammenhänge (anhand lebendiger Beispiele).
  • Bereitstellung von Informationen, Bewusstseinsschaffung und Sensibilisierung der Bevölkerung für die Bedeutung der Wildbienen und den Wert der naturnahen Lebensräume.
  • Beitrag zur Erforschung jener Wildbienen in Tirol, die durch Nisthilfen gefördert werden können (Vorkommen und Verbreitung im Wipptal)

 

Die Maßnahmen im Rahmen des Projekts umfassen:

  • Errichtung und Aufstellung von künstlichen Nisthilfen

 Unter Einbezug regionaler Tischler sowie der Lebenshilfe werden künstliche Nisthilfen aus Holz errichtet. Diese werden begleitend von einer ansprechenden Informationstafel zentral in den Gemeinden, sowie an strategisch günstigen Plätzen in der Natur aufgestellt. Dadurch wird nicht nur zusätzlicher Platz zum Nisten für Wildbienen bereitgestellt, es wird auch die Sensibilisierung der Bevölkerung gefördert.

  • Umweltbildung zum Thema Wildbienen: Schulprogramm

Ein dreitägiges Unterrichtsprogramm wird detailliert ausgearbeitet und an den Schulen gemeinsam mit NaturpädagogInnen durchgeführt. Dabei wird Wissen über Wildbienen vermittelt (Wildbienen-Unterricht), es werden Nisthilfen befüllt und aufgestellt, sowie die Nutzung der Nisthilfen später ausgewertet (anhand von Schaukästen und Bestimmungsvorlagen können Arten zugeordnet werden). Für das Thema Wildbienen begeisterte Schüler können ihre Begeisterung nach Hause und nach außen tragen und so den Schutzgedanken in der Region verbreiten. Jede Schule erhält umfangreiche Materialien zur Verfügung gestellt.

  • Umweltbildung zum Thema Wildbienen: Organisation von Informationsveranstaltungen

Öffentliche Informationsveranstaltungen werden in den jeweiligen Gemeinden organisiert. Dabei sollen Zusammenhänge zwischen Wildbienen und naturnahen Lebensräumen vermittelt werden und Vorschläge zur Verbesserung der Nahrungs- und Lebensraumsituation der Wildbienen auf Freiflächen, landwirtschaftlichen Flächen, in Gärten etc. dargestellt werden. Dabei werden die Besucher angeregt, selbst Maßnahmen zur Verbesserung von „bienenfreundlichen“ Lebensräumen zu treffen.    

  • Umweltbildung zum Thema Wildbienen: weitere Öffentlichkeitsarbeit

 Um die Menschen eingehend für den Schutz der Wildbienen zu sensibilisieren sollen Informationen über die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Wildbienen-Schutz und den Wert naturnaher Flächen auch anhand einer Homepage und eines Informations-Folders weitergegeben werden.

  •  Vernetzungsarbeit

Um den Schutz von natürlichen Nahrungsquellen und Nistplätzen (Resthabitate) sicherzustellen und zukünftig an eine effiziente Schaffung zusätzlicher Lebensräume und Nahrungsquellen anzuknüpfen, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten und Bewirtschaftern vor Ort anzustreben. Synergien ergeben sich auch mit der Arbeitsgruppe „Heu“, die die Herstellung und Verwendung von autochthonem Saatgut plant.

  •  Wissenschaftliche Begleitung

 Die Begleitung des Projektes durch einen Wildbienen-Experten wird Aufschluss über Vorkommen und Verbreitung der Wildbienenarten im Wipptal liefern. 

  •  Naturführungen

 Die Nisthilfen stellen einen Mittelpunkt für zukünftige Naturführungen für Kinder wie Erwachsene dar.

Weitere ergänzende Informationen zum Projekt und zum Verein Natopia finden Sie hier.

Andreas Jedinger
Steinbockallee 9
Rum
6063
Verein Natopia
07/2016 - 12/2018
77.315,52 €
LEADER – CLLD
Natur- und Ökosystem , Regionales Lernen und Beteiligungsstruktur

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